Watzes Tag

Von der Fernsehcouch in den Beiwagen

Am 17.10. haben wir (Charly und Ich) an einer außergewöhnlichen Veranstaltung in Wain (zwischen Ulm und Biberach) teilgenommen. Es ging um einen 60-jährigen Motorradfahrer, der diesen Sommer schwer an Krebs erkrankt war und seit Mai deshalb auch nicht mehr fahren kann. Eine langjährige Freundin überlegte sich mit ihren Kindern wie man ihm ("Watze") ein Freude machen könnte. Am Ende kam die Idee heraus, ihn mit einem Hupkonzert vor seiner Wohnung zu überraschen.

Dieser Gedanke wurde im Netz verbreitet, jedoch geheim, Watze erfuhr von diesem Vorhaben überhaupt nichts. Ich selber war ehrlich gesagt etwas skeptisch; angesichts einer gewissen Anti-Motorrad-Stimmung, jetzt auch noch extra Lärm machen? Und, wie viele würden denn an ihrem freien Samstag herkommen?
Diese Bedenken wurden allerdings (bzw. zum Glück!) massiv entkräftet: Knapp 200 Biker kamen an jenem Samstag zum vereinbarten Treffpunkt. Von dort aus fuhren wir zu der Straße wo er wohnt. Diese säumte sich im Laufe der Zeit mit uns wohlgesonnenen Nachbarnn. Da waren dann: lachende und winkende Kinder, filmende Erwachsene, eine Mischung zwischen Straßenfest und Kundgebung. Statt der Hupe kam aber bei den meisten der Gasgriff zum lautstarken EInsatz. ;-)

Von dort aus startete eine kleine Tour über ein paar Dörfer. Watze war völlig überrumpelt, als er  den zwar bekannten aber länger nicht mehr gehörten Sound vernahm. Dann wurde er im Beiwagen einer BMW GX 1200 mitgenommen, total geplättet und zu Tränen gerührt.

Nach beendeter Ausfahrt kam der Großteil der Fahrer nochmal in seine Straße um sich zu verabschieden. Unter anderem auch Charly, der mit ihm ein Selfie machte, ihm eine Bikerbibel und ein Roadbook schenkte und auch noch für ihn beten durfte. Nach und nach leerte sich die Straße und die Überraschungsgäste fuhren wieder nach Hause, manchen hatten bis zu 100 Kilometer vor sich (!!!)

Es war eine überaus gelungene Aktion.
Es hatte ihn sehr sehr gefeut, ermutigt und innerlich aufgebaut. "Nächstes Jahr fahre ich wieder mit", sagte er mehrfach in die Runde strahlender Gesichter. Doch dazu wird es nun leider doch nicht kommen: Watze verstarb am achten November :-(.
Wo er jetzt ist wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass er nicht lange vor seinem Ende die Worte eines Holy Riders gehört hatte. Worte die auf unseren HERRN hinweisen, Worte die er in der Bikerbibel nachlesen konnte. Und er bekam einen Segen, der ihn begleiten durfte.

Wir haben erlebt, dass der Schritt zwischen vergänglicher Freude und unvergänglicher Ewigkeit sehr sehr kurz sein kann. Lasst uns deshalb an unserem Auftrag festhalten, uns auch von den gegenwärtigen Widrigkeiten nicht davon abhalten, die allerwichtigste Botschaft der Welt an die Biker weiterzugeben.
Der Aufruf:  TURN OR BURN, der auf einem Balken unserer Kutte steht,  ist aktueller denn je !

 

 

>Bilderstrecke 

Euer Armin

 

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